Rückkauf der Museumsautos [25.01.2012]


Gerhard Prien von meinklassiker.com berichtet in einer ausführlichen Reportage unter der Überschrift "Westfalia will seine Museumsautos zurück" über die Bemühungen von Westfalia, die ehemaligen Museumsfahrzeuge wieder zurück zu kaufen. Lesen Sie mehr...

Westfalia will seine Museumsautos zurück

Autor/Redaktion: Gerhard Prien · 24. Januar 2012

Die Auktionen liefen bis in die Abendstunden des 31. Juli 2009. Danach hatten elf Fahrzeuge aus dem Museum von Westfalia neue Besitzer - und der traditionsreiche Reisemobil-Hersteller aus Rheda-Wiedenbrück einige -zigtausend Euro mehr in der Kasse. Dafür war das Unternehmen dann auch seine Museumsschätze los und hatte sich den Ärger vieler Fans zugezogen. Die sprachen vom Ausverkauf der Firmentradition. Gut zweienhalb Jahre später sieht man das bei Westfalia wohl ähnlich. Und versucht den Rückkauf der Raritäten aus dem ehemaligen Werksmuseum.

Zu dieser Zeit hieß das Unternehmen noch Westfalia Van Conversion GmbH - und hatte finanzielle Probleme. Am 27. Januar 2010 stellte die - zwischenzeitlich umbenannte - CVC Camping Van Konversion schließlich einen Insolvenzantrag. Heute heißt das Unternehmen Westfalia Mobil GmbH, es gehört seit November 2010 zur französischen Rapido-Gruppe. Die hat offenbar auch wieder Geld ins Unternehmen gebracht. Denn Westfalia plant den Rückkauf der einst ausverkauften Fahrzeuge. Geschäftsführer Mike Reuer stellt fest, was Fans und Liebhaber der Marke schon seit mehr als zwei Jahren wissen: „Wir haben mit Erschrecken festgestellt, dass ein schönes Museum aufgelöst wurde.“

Damals hieß es noch, das firmeneigenen Museums werde aufgelöst, da es in den vergangenen Jahren kaum - oder so gut wie nicht - genutzt worden sei. Deshalb habe sich Westfalia entschlossen, die Camping-Old- und Youngtimer zur verkaufen und den Liebhabern der Marke anzubieten. Per Online-Auktion trennte man sich seinerzeit von mehreren VW Bussen mit Camping-Ausbauten, darunter ein T1, zwei T2, ein T3 und ein Schnittmodell eines Westfalia Jokers auf Basis des VW T3, das gerade mal 4.110 Euro brachte. Ebenfalls im Angebot war ein Gutbrod Superior. Keinen Käufer fand damals ein DKW mit Wohnmobil-Aufbau aus dem Modelljahr 1953/54 (andere Quellen sprechen von 1956). Den als "Schnelllaster" bekannten DKW treibt ein 0,9-Liter-Dreizylinder-Zweitakter an, das Reisemobil ist - für die damalige Zeit - recht luxuriös ausgestattet und verfügt über gasbetriebene Heizung und Herd sowie eine Spültoilette. Der DKW gehört noch heute, ebenso wie ein Ford Transit Nugget von 1986, dem Unternehmen.

Für ein eigenes Firmenmuseum fehlte Westfalia seinerzeit das Geld. Es klemmte ohnehin finanziell an allen Ecken und Kanten. So wurden dann eben auch die Veteranen versteigert - manche Stimmen sagen "verschleudert" und verscherbelt. Für kleines Geld. Die Auktionen damals brachten insgesamt weniger als 200.000 Euro. Die Summe hat, wie man mittlerweile weiß, Westfalia nicht gerettet. Dafür wurde die Sammlung in alle Winde zerstreut. Aber vielleicht nicht für immer. Denn das Traditionsunternehmen besinnt sich jetzt wohl doch wieder auf die eigene Geschichte - und möchte die frühen Zeugnisse des mobilen Reisens wieder in den Besitz des Kastenwagen-Ausbauers bringen. Damit könnte die Westfalia Mobil GmbH vielleicht das Westfalia-Museum wieder neu beatmen und ins Leben zurückrufen.

Das Unternehmen schreibt die Käufer des Museumsstücke an: „Unser großer Wunsch," so heißt es in Briefen an die Besitzer der ehemaligen Museumsstücke, „ist es, das Westfalia-Museum wieder aufzubauen, um so die Historie wieder aufleben zu lassen. Aus diesem Grund fragen wir an …". Unterzeichnet hat die Briefe Geschäftsführer Mike Reuer. Der Manager erinnert an die Historie und die Bedeutung des Werks in Rheda-Wiedenbrück für den deutschen Reisemobilbau und stellt fest: „Der erste deutsche Campingbus kam 1951 von Westfalia.“ Die ehemaligen Besitzer von Westfalia, die Familie Knobel, hätten von jedem bei Westfalia gefertigten Fahrzeug je eines aus der ersten Serie im Werk behalten. Jetzt halte man auf dem Oldtimermarkt zunächst nach dieser Sammlung von zehn bis zwölf Campingbussen Ausschau. Reuer erklärt, man wisse bei Westfalia um den Wert der Fahrzeuge. Und er dämpft allzu große Hoffnungen der Besitzer auf plötzliche Reichtümer, indem er auf ein "bescheidenes Budget" für den Ankauf verweist. Und er ergänzt: „Wir können keine Höchstpreise zahlen". Man wolle mit den Besitzern jedoch "fair" verhandeln. Das scheint ein Erfolg versprechendes Rezept zu sein. Von einem Kölner konnte das Werk einen 1981-er Campingbus auf der Basis des T3 zurückkaufen. Vielleicht bildet dieses Fahrzeug, zusammen mit dem noch verbliebenen DKW und Ford, den Grundstock für das neu entstehende Werksmuseum von Westfalia.

(Originalartikel auf: meinklassiker.com)

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