Lieferketten zu keiner Zeit abgerissen [25.06.2020]

Campingboom: Westfalia erhöht Kapazitäten

In Ihrer Ausgabe vom 23.06.2020 berichtet die Glocke über die Westfalen Mobil GmbH. Wie ist das Unternehmen durch die letzten Wochen gekommen? Auf diese Frage gibt ein ausführliches Interview mit Mike Reuer erfreuliche Antworten.

 

Campingboom: Westfalia erhöht die Kapazitäten

Rheda-Wiedenbrück (gl). „Camping ist jetzt die bevorzugte Urlaubsart", stellt Mike Reuer (kl. Bild), Geschäftsführer des Reisemobilherstellers Westfalia, kurz vor der durch die Coronakrise geprägten Urlaubszeit fest. Er darf sich über eine gestiegene Nachfrage an Freizeitfahrzeugen freuen. Diese führt zum Beispiel im Werk an der Franz-Knöbel-Straße in Wiedenbrück zu einer erhöhten Produktions- und Mitarbeiterzahl.
Bereits in den vergangenen vier, fünf Jahren sei der Umsatz in der Reisemobilbranche zweistellig gewachsen, erläutert Reuer den Hintergrund, vor dem nun noch zusätzlich das Coronavirus und die damit verbundenen Einschränkungen Wirkung in der Nachfrage entfalten. Er berichtet im Gespräch mit dieser Zeitung von Reisemobilverleihern, deren Vermietflotten bereits ausgebucht sind, und auch die monatliche Zulassungsstatistik verdeutlicht den Boom. So stellt der 62-Jährige für die Westfalia-Reisemobile fest: „Ab Ende April/Anfang Mai sind die Zulassungszahlen deutlich gestiegen." Im Mai 2020 sei ein Zuwachs von 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet worden. Im Werk in der Doppelstadt an der Ems, wo die Modelle Marco Polo auf Mercedes-, Nugget auf Ford- und der Michelangelo auf Nissanbasis vom Band laufen, bedeutet dies, dass seit Anfang Mai 344 Mitarbeiter dort tätig sind und die Zahl der dort Beschäftigten laut Reuer voraussichtlich auf rund 360 erhöht werde. „Mit dem Marco Polo und dem Nugget gehen wir dort in die zweite Schicht", führt er aus. Eine gestiegene Nachfrage sei „durch die Bank weg" für sämtliche Modelle festzustellen, also etwa auch für diejenigen, welche an dem seit 2017 bestehenden Standort in Gotha gefertigt werden, wie beispielsweise der MAN-TGE Sven Hedin. Gleichwohl gelte grundsätzlich für den Marco Polo, dass dieser in der höchsten Stückzahl produziert werde. „Fast 4000 Einheiten Marco Polo im Jahr bauen wir für Mercedes", informiert der Geschäftsführer über diesen Camper, der in den Wiedenbrücker Produktionshallen hergestellt wird.
Wenn Mike Reuer nun feststellt, „den Händlern werden die Fahrzeuge aus den Händen gerissen", versäumt er nicht, zugleich zu unterstreichen, dass mit dem Beginn der Coronakrise und dem Shutdown die Branche zunächst etwas ausgebremst worden sei. Die Autohändler, die die Freizeitmobile des Herstellers, der im vorigen Jahr sein 175-jähriges Bestehen feierte, vertreiben, mussten ihre Pforten schließen. „Die Stimmung war zu Anfang sehr gedämpft", blickt Reuer zurück. Gleichwohl hätten die Kunden im weiteren Verlauf das Online-Geschäft genutzt. Befürchtete Stornierungen seien ausgeblieben und „schnell kam ein optimistischerer Drive".

 

Lieferketten sind zu keiner Zeit abgerissen

Rheda-Wiedenbrück (kaw). Trotz der Coronapandemie hat Westfalia nach Auskunft seines Geschäftsführers an den beiden Standorten in Wiedenbrück und in Gotha auf Kurzarbeit verzichten und durcharbeiten können. Die Stückzahlen seien „etwas, aber nicht wesentlich gedrosselt worden". Während der Zeit der leichten Reduzierung der Produktionsraten habe das Unternehmen „über die Leiharbeit geatmet", erläutert Mike Reuer – also Leiharbeiter nach Hause geschickt –, bevor Ende April, Anfang Mai die Fabrikation hochgefahren worden sei.
Dass während der Coronakrise nie die Lieferketten abgerissen seien, führt der Mann an der Westfalia-Spitze darauf zurück, dass das Unternehmen vorwiegend auf lokale Lieferanten aus dem westfälischen Raum setze und damit kaum auf das Ausland angewiesen sei.
Die Vorteile des Campingmobilurlaubs in Zeiten limitierter Flugmöglichkeiten, reduzierter Übernachtungskapazitäten und Sorge vor möglicher Ansteckung mit dem Covid-19-Virus liegen für den Freizeitmobilexperten, der selbst privat mit seiner Familie auf das rollende Zuhause auf Zeit setzt, auf der Hand. Das Fahrzeug an sich biete einen geschützten Raum, und zugleich bestehe auf Campingplätzen Abstand zu den benachbarten Urlaubern. Dies sei nicht zuletzt der Fall, wenn in gleicher Richtung geparkt werde, so dass sich dann die Schiebetür an der vom Nachbarn abgewandten Seite befindet.
Vor allem schätzt der Unternehmenschef in den Ferien die Flexibilität, die diese Art des Reisens ermögliche. Im Lauf der Jahre habe sich die Infrastruktur für Freizeitmobilisten weiterentwickelt, unterstreicht Reuer. Er weist zudem darauf hin, dass der Urlauber nicht nur auf Campingplätze angewiesen sei, sondern auch auf Stellflächen, wie sie Kommunen beispielsweise in Rheda am Freibad anbieten, zurückgreifen können.
Der ADAC jedenfalls empfiehlt auf seiner Internetseite Campern, frühzeitig zu buchen. Dies zum einen deshalb, weil in einigen Bundesländern nur die Hälfte der Kapazitäten ausgeschöpft werden dürfe, und zum anderen wegen verstärkter Nachfrage. Für das Online-Campingportal des ADAC stellte Uwe Frers, Geschäftsführer von ADAC Camping, fest, dass sich im Mai die Suche nach deutschen Campingplätzen auf Pincamp gegenüber dem Vorjahr vervierfacht habe. Die Anzahl der Buchungen habe sich demnach im Wonnemonat gegenüber dem sonst buchungsstärksten Monat Januar mehr als verdoppelt.

 

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